»Junge Visionen, alte Träume«

8. Augustiner-Ministranten-Treffen in Münnerstadt

Am Pfingstwochenende wurde das Jugendhaus am Dicken Turm zum achten Mal zu einem Ort, an dem wieder viele Ministranten aus nah und fern zusammenkamen, um sich miteinander auf das Pfingstfest vorzubereiten, die Tage gemeinsam zu verbringen und sich dabei einem ganz bestimmten Thema zu widmen. Heuer stand das Augustiner-Ministranten-Treffen ganz im Zeichen von Visionen und Träumen, angelehnt an ein Wort des Propheten Joel: „Eure jungen Männer werden Visionen haben und eure Alten werden Träume haben.

So wurde die Zeit genutzt, um sich mit eigenen, aber auch mit Visionen anderer zu beschäftigen. Nachdem an die siebzig Ministranten am Freitagabend aus Berlin, dem Pfarrverband Fährbrück, der Seelsorgeeinheit Messelhausen und Münnerstadt mit seinen Filialgemeinden angereist waren, durfte natürlich das obligatorische Kennenlernen nicht fehlen. Die einzelnen Gruppen hatten den Auftrag, sich schon zu Hause ganz und gar ihren Visionen hinzugeben – sie durften von „ihrem Dorf, von ihrer Stadt der Zukunft“ träumen. Diese Visionen stellten die Gruppen dann beim abendlichen Zusammensein mit ganz unterschiedlichen und eindrücklichen Bildern vor.

Dass jeder Mensch seine eigene Vision hat und diese versucht, möglichst auch zu verwirklichen, ja lebendig werden zu lassen, bewies der Samstag. An diesem Tag konnten sich die Ministranten in Workshops eintragen und „on tour“ gehen. Eine Gruppe machte sich auf nach Erfurt, um dort mit P. Jeremias über seine Visionen ins Gespräch zu kommen. Davon, dass es irgendwann einmal möglich sein könnte bzw. sollte, dass alle Menschen mit all ihren kleinen und großen Handicaps zusammenleben, zeigte eine Begegnung zwischen Ministranten und Bewohnern von Maria Bildhausen. Hier kegelte man entweder auf der historischen Kegelbahn oder ging im Snoezelen-Raum auf Traumreise. P. Matthias, ein deutscher Augustiner, der schon seit 20 Jahren im Kongo lebt, entführte einen Teil der Ministranten ins weit entfernte Afrika und erzählte von seiner „vision impossible“. Und dass Visionen auch ganz konkret etwas mit dem Sehen zu tun haben, konnte man im Workshop mit Wilhelm Neugebauer erfahren. Denn dort ging es um die weite Welt des Universums und einfach ums „Sternegucken“. In einem weiteren Workshop durften sich die Minis als Streitschlichter versuchen, um so vielleicht die Vision von einem friedlichen Zusammenleben der Menschen wahr werden zu lassen. Mit diesen und noch einigen anderen Workshops sorgte der Samstag für eine Vielzahl von Eindrücken, die der ein oder andere vermutlich so schnell nicht vergessen wird. Den Pfingstgottesdienst feierte die Mini-Schar in einem Stationsgottesdienst, der mit einer Eucharistiefeier in der Ruine auf dem Michelsberg sowohl seinen geistigen, als auch seinen bergsteigerischen Höhepunkt hatte.

In einer Katechese am Sonntagvormittag wurde dann das Thema „Junge Visionen, alte Träume“ gemeinsam in verschiedenen Altersgruppen aufgegriffen und die Teilnehmer am AMT zeigten ihr ganzes künstlerisches Können im Gestalten der verschiedenen Geistesgaben. Doch war am Sonntag nicht nur das künstlerische Geschick gefragt, am Nachmittag mussten die Minis ihr ganzes Können bei der traditionellen Olympiade unter Beweis stellen. Zum wiederholten Male gingen die Messelhäuser als Sieger hervor und durften den Pokal mit ins liebliche Taubertal nehmen. Abgerundet wurde dieser Abend mit einem Grillfest im Innenhof des Jugendhauses.

Am Pfingstmontag wurde das diesjährige Augustiner-Ministranten-Treffen dann wieder mit dem traditionellen, feierlichen Gottesdienst in der Münnerstädter Stadtpfarrkirche unter Teilnahme aller Minis abgeschlossen. Hier konnten die Teilnehmer alles, was sie in den letzten Tagen erlebt hatten, noch einmal Revue passieren lassen. Im Laufe des Ministrantentreffens wurde den Minis vielleicht bewusst oder sie haben etwas von dem geahnt, was eine Vision sein kann. Und manch einer wird vielleicht seiner Vision auf die Spur gekommen sein, schaut in und auf sein eigenes Leben und geht mit den gesammelten Eindrücken – erfüllt vom Geist des Pfingstfestes - weiter. Hier und da, so glaube ich, ließ sich wohl auch etwas von diesem Geist erahnen, spüren und schließlich auch sehen.

Br. Marcel Holzheimer