Eine dreifache Premiere
Feierliche Profess von P. Jakob in Germershausen

Zu einer dreifachen Premiere begrüßte P. Prior Benno Friedrich die angereisten Mitbrüder und die feiernde Gemeinde am Vortag des Augustinusfestes in der Wallfahrtskirche Maria in der Wiese in Germershausen. Zum ersten Mal sollte ein Augustiner seine feierlichen Gelübde, mit denen er sich auf Lebenszeit an den Orden bindet, in Germershausen ablegen, zum ersten Mal in seiner Amtszeit als Provinzial  durfte P. Alfons Tony das Versprechen eines Mitbruders entgegennehmen, und zum ersten Mal – und das ist wohl selbstverständlich – versprach P. Jakob auf Lebenszeit im Augustinerorden Christus nachzufolgen. 

P. Jakob war ein geschätzter Priester und Seelsorger in der Diözese Hildesheim, als er sich mit 50 Jahren entschloss, bei uns Augustinern anzuklopfen. Was er mit diesem Neuanfang gefunden hat, beschrieb P. Alfons in seiner Predigt folgendermaßen:

„Wie Du, Jakob, sagst, ging und geht es für Dich um die Frage nach der eigenen und ganz persönlichen Spiritualität, um die Pflege der eigenen Gottesbeziehung oder – um ein altes Wort zu gebrauchen: um eine ganz persönliche Frömmigkeit, um die Suche nach dem eigenen Selbst, das in Gott gründet und im konkreten Leben seinen Ausdruck sucht.

Dafür aber brauchen wir einander. Niemand vermag SEINEN GOTT für sich allein im stillen Kämmerlein finden. 
Sich in einer religiösen Gemeinschaft aufeinander einzulassen, miteinander zu suchen und zu fragen, einander in Frage zu stellen, was nicht immer bequem sein muss, offen zu sein für die Anregungen, die der andere aufgrund seiner eigenen Persönlichkeitswerdung unter den Augen Gottes bewusst oder unbewusst einzubringen vermag – sich auf solche Prozesse in gelebten Beziehungen und in einer dialogischen Struktur einzulassen, das schafft religiöse Identität, bringt einen auf die Spur der eigenen lebendigen Gottesbeziehung und ist ein Weg auf Gott hin.

Das, lieber Jakob, hast Du in den letzten 5 Jahren bei uns Augustinern erfahren, und das ist genau die Vorstellung des heiligen Augustinus vom klösterlichen Leben.“

Mit unserem Provinzial können wir sagen, dass uns die Lebensentscheidung von P. Jakob mit Freude und Dankbarkeit erfüllt, auch mit Hoffnung auf eine gute Zukunft für unseren Bruder, aber auch für unsere Ordensgemeinschaft.

Nach der festlichen Eucharistiefeier und einer Stärkung bei einem kleine Festessen in der Bildungsstätte St. Martin brachen nicht nur die Gäste auf. Auch P. Jakob machte sich auf den Weg. Mit den Brüdern aus Messelhausen fuhr er an seinen neuen Lebens- und Wirkungsort. Dem Pfarrverband Messelhausen wird er vorstehen und möchte sich bemühen, eine lebendige, augustinisch geprägte Seelsorge weiterzuentwickeln.