nimm und lies

Kirchenblatt der Würzburger Augustiner
Nr. 267 - Weihnachten 2016 bis Mitte Februar 2017

"(D)ein Stern"

Liebe Leserinnen und Leser,

Wie laufen Ihre Vorbereitungen für das Weihnachtsfest? Gehen Sie es eher ruhig an und können Sie sich hier und da Momente der Ruhe gönnen oder lässt der alljährliche Weihnachtsstress grüßen? Sei es so oder so – ich möchte Ihnen gerne einen Text des zeitgenössischen Schriftstellers Hans Kruppa mit in die Vorweihnachtszeit geben:

Sag deiner Seele

sie soll ihr schönstes Kleid tragen heut Abend.

Sag ihr, es ist soweit:

Die Sterne haben ihren Segen gegeben.

Was nun geschieht,

führt uns näher ans Licht.

In ein paar Tagen ist es wieder einmal soweit: Wir feiern das, was so unbegreiflich, aber trotzdem so menschlich ist: Gott hat sich klein gemacht, wird Mensch und liegt als ein Baby in einem Futtertrog. Ein Kind wird geboren und die Sterne haben schon längst ihren Segen gegeben. Vielleicht können Sie es auch kaum erwarten, dass das, wofür dieses kleine Kind in der Krippe steht, endlich eintritt und wahr wird: eine Welt, in der nicht Hass und Angst regieren, sondern Liebe und würdevoller Umgang. Gesellschaften, in denen sich die Menschen gegenseitig respektieren und das vermeintlich so bedrohlich Fremde und Andere nicht als Bedrohung, sondern als etwas Willkommenes und Bereicherndes ansehen, vor dem man keine Angst haben muss.

So wie den Sterndeutern ein Stern am Himmel aufgeleuchtet ist und ihnen die Reiseroute vorgegeben hat – nebenbei bemerkt: Hätten die drei Angst vor dem Unbekannten gehabt, wären sie sicherlich in ihrer vertrauten Umgebung geblieben und hätten sich kaum um das geschert, was da im fernen Palästina seiner Zeit geschehen ist –, eben einen solchen Stern wünsche ich uns allen. Einen Stern, der zumindest immer wieder einmal aufleuchtet und uns einen menschlichen Weg mit göttlicher Perspektive aufzeigt. Einen Stern, der uns Orientierung gibt für unser Leben.

Es ist wieder soweit! Die Sterne haben einmal mehr ihren Segen gegeben! Und dieses kleine, fast unscheinbare Licht, das damals aufgestrahlt ist, leuchtet hoffentlich heute immer noch. Nur weil aber bald der „Heilige Abend“ im Kalender steht und der 25. Dezember für das Weihnachtsfest reserviert ist, wird es wahrscheinlich keinen großartigen Umschwung und kein plötzliches Umdenken in den Köpfen so vieler Menschen geben, sodass die Friedensvision des Propheten Jesaja Wirklichkeit würde – „Und der Wolf wird beim Lamm weilen, und die Raubkatze wird beim Zicklein liegen. Und Kalb, junger Löwe und Mastvieh sind beieinander, und ein junger Knabe leitet sie. Und Kuh und Bärin werden weiden, und ihre Jungen werden beieinander liegen, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind. Und der Säugling wird sich vergnügen an der Höhle der Viper, und zur Höhle der Otter streckt ein Kleinkind die Hand aus“ (Jes 11,6-8).

Ich glaube, unsere Welt spricht leider noch eine andere Sprache und die Realität in unseren Lebenswelten, in unserer Stadt, unserem Land, in den Ländern dieser Erde schaut eben (noch) anders aus.

Ich hoffe, dass wir die göttliche Perspektive nicht aus den Augen verlieren und dass wir bei all dem, was jede und jeder von uns mit sich herumträgt, immer wieder einen Stern aufleuchten sehen, der uns den Segen Gottes zuspricht.

Gesegnete Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017 von uns Würzburger Augustinern! Bleiben Sie behütet!

Ihr Br. Marcel

 

Unser "nimm und lies"  erscheint etwa vier bis fünf Mal pro Jahr (themengebunden).

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