nimm und lies

Kirchenblatt der Würzburger Augustiner
Nr. 269 - Karwoche bis Ende Mai 2017

"Sogar der Frühling erschrickt" (Hans Günter Saul, "Karwoche")

Liebe Leserinnen und Leser,

nach den langen, in diesem Jahr besonders frostigen Winterwochen freue ich mich jetzt auf den Frühling. Ich freue mich darauf, die wärmenden Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht zu spüren, mit einem Eis in der Hand auf einer Bank zu sitzen oder in einem Straßencafé einen Cappuccino zu trinken. Ich erfreue mich an der, im wahrsten Sinn des Wortes, bunten Vielfalt, die sich in der Natur Bahn bricht. Ich staune über den Hauch von Grün, der sich über das Grau der noch winterlichen Bäume legt. Gern lasse ich mich am Morgen vom Gezwitscher der Vögel wecken, die dürfen das. Und, natürlich, freue ich mich auf Ostern, auf das stille Knistern des Osterfeuers in der noch dunklen Nacht, auf das Exultet, den festlichen Lobgesang auf die Osterkerze und die Rettungstat Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat. Ich freue mich darauf, an Ostern von der Nacht in den Tag hinein zu feiern und beim Osterfrühstück meine Freude mit anderen teilen zu können.

In einem Gedicht von Hans Günter Saul, das er mit »Karwoche« überschrieben hat, heißt es: »Sogar der Frühling erschrickt.« Kann denn der Frühling erschrecken, wie ich erschrecke, wenn ich unvorhergesehen mit einem schlimmen Ereignis konfrontiert werde? Wohl schwer. Aber vor dem Ostersonntag steht der Gründonnerstag, an dem Jesus das Abschiedsmahl mit seinen Jüngern feiert, dann im Garten von Getsemani einsam mit Gott um sein Schicksal ringt, schließlich von einem seiner Freunde verraten und dann verhaftet wird. Vor Ostern  stehen auch der Karfreitag, die unbeschreibliche Gewalt, der Jesus ausgesetzt ist, sein Leiden und sein Sterben am Kreuz. Bildlich gesprochen mag da der Frühling erschrecken, aber er lässt sich genauso wenig aufhalten, wie sich Gott davon abbringen lässt, ein Gott des Lebens und der Liebe zu sein, die stärker ist als der Tod und alle unmenschliche Gewalt. Wie Gott Jesus durch den Tod hindurch die Treue gehalten und zu neuem Leben geführt hat, so erweist Gott auch an uns seine Treue und seinen Willen zum Leben, durch unser einsames Ringen, durch unseren Schmerz und durch unser Leiden hindurch.

Ich wünsche Ihnen und uns allen, dass wir in diesen Tagen etwas von diesem unbändigen Willen Gottes zum Leben und von dieser Kraft, die sich in der Natur Bahn bricht und sich auch in uns entfalten will, erspüren können.

Ein frohes und gesegnetes Osterfest wünscht Ihnen, auch im Namen meiner Mitbrüder

Ihr P. Alfons OSA

Unser "nimm und lies"  erscheint etwa vier bis fünf Mal pro Jahr (themengebunden).

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