nimm und lies

Kirchenblatt der Würzburger Augustiner
Nr. 268 - Fastenzeit 2017

"Fastenzeit"

Liebe Leserinnen und Leser,

Komisch. Obwohl ich meine Fastenzeit seit vielen Jahren sehr bunt gestalte, kommt mir alleine schon beim Wort „Fastenzeit“ die Farbe grau. Dünne Suppe, halb leere Teller – und viel Grau. Es will einfach noch nicht Frühling werden. Ist es das?

Dabei ist meine Realität ganz anders. Vor einigen Jahren habe ich für mich die Aktion „Sieben Wochen anders leben“ entdeckt. Für die sieben Wochen der Fastenzeit wähle ich für mich einen Vorsatz, der weniger Verzicht als Geschenk bedeutet. Ich habe noch in guter Erinnerung, dass ich mir vor ein paar Jahren vorgenommen habe, öfter mal „nein“ zusagen. „Nein, für morgen Abend möchte ich keinen weiteren Termin annehmen.“ „Nein, da kann ich dir leider jetzt nicht helfen.“
Vielleicht finden Sie, dass das kein guter Fastenvorsatz ist, zumindest ein eigenartiger. Auf den ersten Blick kommt er keinem anderen Menschen zugute, außer mir selbst. Tatsächlich hat er an meinem Selbstbild genagt. Schließlich steht ganz oben auf meiner Werteliste, für andere da zu sein. Aber erschöpft da sein, gereizt und gejagt, bringt wenig Unterstützung. Ein abgewogenes „Nein“ schenkt mir Pausen zum Auftanken und damit so manches ehrliche „Ja“.

In diesem Jahr möchte ich mir vornehmen, mich frühestens morgen aufzuregen. Denn: Heute regt es mich auf. Und im Moment bin ich gerade mal wieder hochbegabt genügend es bei mir und in meiner Umgebung zu finden. Morgen entscheide ich mich, ob ich mich aufregen will. Es ist schließlich meine Energie, die dabei flöten geht. Und es sind so manche Menschen, die ich mag, die es dann auch noch abbekommen, wenn Dominik auf 180 ist. Und wenn ich mich tatsächlich morgen noch aufregen will, dann wird es seinen Grund haben, hoffentlich einen triftigen.

Das klingt doch gar nicht so grau, oder? Das klingt doch eher nach „Ostern in Sicht!“. Das fühlt sich schon ein bisschen nach Auferstehung und Leben an.

Wir Augustiner, und alle die an unseren „nimm und lies“ mitarbeiten, wünschen Ihnen eine gesegnete Fastenzeit. Und wenn Sie einen Vorsatz für die kommenden sieben Wochen fassen möchten, wählen Sie einen aus, der Ihnen gut tut und der schon ganz leise von Ostern erzählt.

Ihr P. Dominik

 

Unser "nimm und lies"  erscheint etwa vier bis fünf Mal pro Jahr (themengebunden).

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