"In dir muss brennen ..."
Priesterweihe von Br. Felix Meckel OSA

 
Zwei Tage im Mai. Nach kühlen, regnerischen Tagen zwei Tage, an denen immer wieder die Sonne hell aufscheint. So trägt auch die Natur ihren Teil dazu bei, dass die Priesterweihe und die Primiz unseres Bruders P. Felix (Matthias) Meckl einen würdigen Rahmen finden.
 

Am 8. Mai um 10.00 Uhr ziehen Ministranten, Diakone, Priester, Ordensleute, darunter natürlich auch wir Augustiner, mit dem Würzburger Diözesanbischof  Dr. Friedhelm Hofmann feierlich in die Augustinerkirche ein.

Die Bitte um den Heiligen Geist im gemeinsamen Gesang und die Handauflegung durch den Bischof und die Priester bilden den Höhepunkt der Feier, zu der Verwandte, Mitbrüder und Freunde von nah und fern angereist sind, um mit zu beten und mit zu feiern.

Schon am nächsten Morgen zelebriert P. Felix seine erste hl. Messe in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in seiner Heimatgemeinde Eslarn in der Oberpfalz. Um 9.30 Uhr bewegt sich der Festzug durch geschmückte Straßen hin zur Kirche. Chorgesang und Blaskapelle unterstreichen die Würde dieses besonderen Anlasses. P. Jeremias Kiesl, der P. Felix durch sieben gemeinsame Jahre im Studienseminar St. Augustin in Weiden sehr verbunden ist, gab dem Primizianten in seiner Predigt Worte mit, die ermuntern, fordern und gleichzeitig entlasten. Einen Absatz möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

„Das heutige Evangelium könnte dir und uns allen helfen, tiefer zu sehen – und auch entspannter! Die Antwort, die Jesus da letztlich auf die Frage gibt „Wo wohnt Gott?“, lautet: Der Vater und Jesus kommen und wohnen bei dem, der Jesus liebt und an seinem Wort festhält (Joh 14,23). Wer Gott liebt und sein Wort beherzigt, der braucht nicht mehr zu fragen, wo Gott wohnt. Denn Gott kommt selber zu ihm, um in ihm zu wohnen! Gott bleibt also nicht entrückt und unnahbar. Er wird nach dem heutigen Evangelium mir so innerlich und intim, dass ich mir das kaum mehr vorstellen kann. Er wird mir innerlicher als ich mir selber bin, sagt unser Ordensvater Augustinus.

Jeder Einzelne kann so zur Wohnung Gottes werden, indem er den liebt, der ihm alles andere als fremd ist, ja, der uns erst richtig zu uns selber bringt. Dann wird erfahrbar: Gott ist da, mitten unter uns. Durch uns soll Gott sichtbar werden.

Deine Aufgabe als Priester, lieber Felix, ist es, was Augustinus einmal so formuliert hat: „Reizt alle zur Liebe Gottes!“ Denn das ist es, was uns Menschen erst zur richtig verstandenen Selbstverwirklichung anleitet.

Stifte die Menschen, mit denen du lebst und arbeitest, vor allem dazu an, Gott einzulassen und ohne Angst zu lieben!

Du musst nämlich nicht schon alles können. Du darfst selber Suchender und Fragender sein und bleiben. Wenn du mit offenem Herzen Gott und den Menschen zugewandt lebst, wenn du nicht schon abgeschlossen hast mit allem und so ein Verschlossener geworden bist, wenn du – nach bester Bettelordenstradition – den Menschen offen zugewandt lebst, ohne dich freilich anzubiedern und die Liebe zu deinem Gott zu verraten, dann wird der Heilige Geist dich alles lehren, was Jesus heute tun würde. Ja, Jesus Christus wird es auch durch dich tatsächlich tun können!“

In diesem Sinne können wir P. Felix nur wünschen und für ihn beten, dass sich das Augustinuswort erfüllt, das er als Primizspruch gewählt hat:

„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst!“

 

P. Dominik Wernicke