„Fassungslos“ – das 14. Augustiner-Ministranten-Treffen in Bad Königshofen

verfasst von Batian Strobel

Was macht uns fassungslos? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Teilnehmer, Betreuer und Teamer des 14. Augustiner-Ministranten-Treffens in Bad Königshofen. Wie in jedem Jahr seit 2004 fand das Treffen am Pfingstwochenende statt und kehrte nach einem Abstecher nach Berlin im letzten Jahr wieder nach Unterfranken zurück.

Nach intensiven mehrmonatigen Vorbereitungen startete das Treffen am Freitagabend mit einem großen Kennenlernen. Denn die Teilnehmer sollten sich nicht nur gegenseitig kennenlernen, sondern auch das Bildungshaus St. Michael erkunden, in welchem das AMT zum ersten Mal zu Gast war. So ergab es sich, dass die Jugendlichen in zufälligen, mit Schrauben und Muttern erstellten Zweierteams verschiedene Stationen im Haus zu absolvieren hatten. Es mussten durch den Google-Übersetzer falsch übersetzte Lieder erkannt und Muttern mithilfe eines Bambusstabs gestapelt werden. Außerdem galt es, mit Plüschmäusen eine Mausefalle zu treffen und Puppenpantomime zu spielen. Am Ende dieses Stationsspiels mit dem Titel „How I Met Your Mutter“ erhielten die Jugendlichen ein Festivalbändchen zur Belohnung.

Der Abend endete mit der Vorstellung der AMT-Regeln in Form von zehn Thesen, die von einem energischen Martin Luther angeschlagen und erklärt wurden und einer Gute-Nacht-Geschichte.

Der Samstag startete mit Sonnenschein, doch aufgrund der angekündigten Unwetter am Nachmittag wurde kurzerhand die „Martinade“, die ursprünglich am Nachmittag stattfinden sollte, mit den Workshops getauscht, sodass die Teilnehmenden sich am Vormittag auf den Weg durch das Leben Martin Luthers und das Städtchen Bad Königshofen machten. Zu Beginn wurden sie von einem aufgelösten Luther empfangen, der einen Teil seiner Bibelübersetzung verloren hatte und die Jugendlichen um ihre Mithilfe bat. An den übrigen Stationen, die in der ganzen Stadt verteilt waren, trafen die Teilnehmer auf den Teufel, Papst Clemens VII, zwei Lutherforscherinnen, eine Bettlerin, Katharina von Bora, Augustinermönche und einen aufgelösten Kutscher. Die Aufgaben waren vielseitig und wurden durch verschiedenste Handicaps erschwert. Es mussten beispielsweise Schwämme nach dem Teufel geworfen, Bibeln geschmuggelt, klerikale Gegenstände erkannt, Glühbirnen in ihre Fassungen geschraubt oder einem Luftballon, auf dem mit Rasierschaum ein Luther modelliert wurde, eine Tonsur rasiert werden. Die Sieger dieses fairen Wettstreits kamen aus Germershausen und Nürnberg.

Am Nachmittag standen dann die Workshops auf dem Plan. Eine Besonderheit war dabei, dass in diesem Jahr zum ersten Mal alle Workshops von Mitgliedern des Vorbereitungsteams geleitet wurden. Alle Workshops standen wieder unter der Frage: Was macht uns fassungslos? Und zwar im positiven wie negativen Sinne. Dementsprechend waren die Angebote vielseitig und jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin fand eine Möglichkeit, den Nachmittag nach den eigenen Interessen zu gestalten. Die Älteren beschäftigten sich mit dem Phänomen des Populismus und mit der Bewältigung von Trauer, während die Jüngeren sich von physikalischen Phänomenen begeistern ließen, Schüttelkuchen buken, Schmuck bastelten oder sich bei verschiedenen Sportspielen auspowerten.

Mit einem Abendspaziergang und der Pfingstvigil in der Pfarrkirche von Bad Königshofen endete der ereignisreiche Samstag.

Nach einer für manche Teilnehmer und Teamer kurzen Nacht startete der Sonntag mit der Katechese unter dem Titel „Alle heilig, oder was?!“. Hier beschäftigte sich das Treffen mit dem Wirken von Augustinus, der heiligen Rita, mit Papst Franziskus, Martin Luther und sich selbst. Die Beschäftigung mit dem Leben und den Botschaften der Heiligen und Theologen und dem eigenen Ich veranschaulichte den Jugendlichen, dass ihr eigenes Leben manchmal gar nicht so unähnlich zu dem Leben dieser Personen ist. Dabei wurden Rita-Rosen gebastelt und mit einfachen Möglichkeiten (Kreppband und Pappe) Schuhe gemacht, die halfen, die Schmerzen beim Barfußlaufen über Legosteine abzumildern.

Nach der Stärkung mit einer selbstgekochten Kartoffelsuppe konnten die Jugendlichen am Nachmittag verschiedene Angebote, wie die Besuche des Schwimmbads, des Minigolfplatzes und des Kirchturms, einer Turnstunde, das Basteln von Trommeln, eine Sportrunde oder das Vorbereiten von Salaten für den Grillabend nutzen. Am Abend folgte das traditionelle Grillen, mit Steaks, Bratwürsten, Salaten, Blasmusik und Fassbier für die Älteren.

Der anschließende Bunte Abend bot den Teilnehmenden alkoholfreie Cocktails, verschiedene Möglichkeiten zum gemeinsamen Gesang, entweder am Lagerfeuer oder in der Blauen Lagune, einem stillen Rückzugsort in der Kapelle und die Möglichkeit zum Spielen von Black Stories oder Gesellschaftsspielen. Mit einem stimmungsvollen Impuls am Lagerfeuer endete der Abend.

Am Montag stand nach dem Aufräumen der Zimmer nur noch ein Programmpunkt an: der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Ipthausen, an dem die Ministranten und Ministrantinnen alle in ihren liturgischen Gewändern teilnahmen und das komplette Treffen einen würdigen Abschluss fand.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an alle, die das 14. AMT möglich gemacht haben. Das sind vor allem die Teilnehmer und Betreuer aus Germershausen, Althausen, Brünn, Reichenbach, Münnerstadt, Erbshausen, Berlin und Nürnberg und die Mitglieder des Vorbereitungsteams, die das Treffen seit November vorbereitet haben. Des Weiteren geht ein Dank an die Mitarbeiter des Hauses St. Michael, die Verantwortlichen der Pfarrei Bad Königshofen, Anja und Martin Lanig für die Unterstützung in der Küche und alle anderen, die ich eventuell vergessen haben könnte und zum Gelingen des AMT beigetragen haben.

Nach dem AMT ist vor dem AMT und deshalb freuen wir uns auf das 15. AMT 2017 vom 18. bis 21. Mai 2018.